Foto: Ausstellungstafeln im jüdischen Quartier Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

 

Das Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Inter Judeos – Das mittelalterliche jüdische Quartier in Erfurt“ in der Alten Synagoge wird dem verlängerten Ausstellungszeitraum angepasst. Noch bis zum 28. Oktober besteht die Möglichkeit, an Führungen und Vorträgen teilzunehmen.

Nächste Führung durch das Quartier am Donnerstag

Bereits am Donnerstag, dem 23. Juni, findet die Führung „…Euch hindert hieran nymandt – Orte des Pogroms vom 21. März 1349“ statt. Oberkurator Hardy Eidam führt 17:00 Uhr durch das Jüdische Quartier. Treffpunkt ist die Alte Synagoge, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

1349 fanden in ganz Europa brutale Judenverfolgungen statt, tausende Menschen wurden getötet, ganze Gemeinden wie in Erfurt ausgelöscht. Baulich, archäologisch und sozial hinterließ die Pogromwelle bis heute nachvollziehbare Spuren in Thüringens größter Stadt, die bei einem Rundgang durch das damalige jüdische Quartier aufgesucht werden. Dabei werden Orte und Ereignisse eingebettet in die städtische und europäische Geschichte des Mittelalters, die vielschichtigen Prozesse der Migration verständlicher und die Fragilität zivilisatorischer Prozesse bewusster.

Eine weitere Führung bietet Dr. Maria Stürzebecher am 26. Juli, um 17:00 Uhr, an. Thema ihres Rundgangs ist „Inter Judeos – Unter den Juden“.

Zwei Vorträge vertiefen außerdem die Inhalte der Sonderausstellung. Am 23. August, um 19:30 Uhr, spricht Prof. Dr. Lukas Clemens von der Universität Trier über „Die Topographie Triers in der Chronik des Salomo bar Simson über die Judenverfolgung von 1096“. Vladislav Zeev Slepoy, Mitarbeiter der Universitäten Salzburg und Halle-Wittenberg, hält am 15. September, um 19:30 Uhr, einen Vortrag mit dem Titel „Gäste, Fremde, Andere in einer mittelalterlichen Synagoge“.

Die Sonderausstellung „Inter Judeos – Das mittelalterliche jüdische Quartier in Erfurt“ führt mitten ins Herz der historischen Innenstadt von Erfurt. Seit dem 13. Jahrhundert lebten dort hauptsächlich Juden, aber auch Christen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die erste Gemeinde wurde 1349 bei einem Programm nahezu ausgelöscht, bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts siedelten sich im selben Viertel wieder jüdische Familien an.

Die Ausstellung, die in der Alten Synagoge, aber hauptsächlich direkt im jüdischen Wohnviertel gezeigt wird, kann noch bis 28. Oktober entdeckt werden.

Weiterhin bietet eine sogenannte „Actionbound-Ralley“ durch das jüdische Quartier die Möglichkeit, die Ausstellung spielerisch zu erleben. Nach dem Download der App „Actionbound“ und dem Scannen des QR-Codes kann es kostenfrei losgehen.

Weitere Informationen und der Flyer zur Ausstellung sind im Museum Alte Synagoge erhältlich.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

Teile dieses Stück Erfurt